Herzlich Willkommen - hieß es am Tag 27, 28 und 29!!

20. Mai 2020: (Tag der Bienen)

Zuerst tagelanges Warten und dann überschlagen sich die Ereignisse!! Am Nachmittag von Tag 27 entdeckte ich plötzlich den ersten Distelfalter im Netzbehälter. Er saß noch ziemlich zerknittert am unteren Rand. Zuletzt hatte ich mittags nachgesehen, ob sich schon etwas "tut" und dann, während ich im Garten in der Hängematte gelegen habe, ist doch tatsächlich der erste der Falter geschlüpft! (Und ich habe es verpasst.....grrr).

 

Ich habe es tatsächlich bei keinem der 4 geschlüpften Falter geschafft, den Vorgang des Schlüpfens direkt mit zu verfolgen :-(   Es geschah immer, wenn ich nicht da sein konnte. (Nächstes Mal nehme ich mir frei ...zwinker)

 

Meine Tochter nannte den ersten geschlüpften Distelfalter ERIK und ich den zweiten LUCIUS. Nummer 3 und 4 sind namenlos geblieben. Vielleicht heißen sie ja BILBO und FABIUS.

 

3 Tage später habe ich entschieden, dass die 4 Schmetterlinge im Netzbehälter in die Freiheit entlassen werden sollten. 3 bis 5 Tage lang darf man sie laut Broschüre in Gefangenschaft beobachten. Sie sind jedoch nicht viel aktiv gewesen und ich hatte das Gefühl, in der Natur geht es ihnen sicherlich am Besten. Eine Puppe hatte mitten im Schlupf aufgehört mit der Befreiung aus dem Kokon... leider wurde kein voll entwickelter Distelfalter daraus. Eine weitere kleine Puppe liegt aktuell an Tag 29 noch im Netzbehälter - ich möchte hier abwarten, ob noch ein Falter schlüpft. Es ist eine etwas kleinere Puppe als die anderen es waren. Ich bin ziemlich sicher, dass dies die kleinste der Raupen war, die ich erst für tot hielt und sich dann doch weiterentwickelt hatte. Vielleicht schlüpft noch ein Schmetterling? Wer weiß, mal sehen!

 

Ich ging mit dem Netzbehälter heute Nachmittag - am "Tag der Biene" nach draußen und habe ihn auf einem Palettenstapel an der Schuppenwand geöffnet und die Schmetterlinge auf einen kleinen Stock klettern lassen. Neben den Behälter stellte ich ein Körbchen mit Löwenmäulchen und einer abgeschnittene Zierlauchblüte. In das Körbchen ließ ich sie nun einzeln klettern. Sie interessierten sich für die kleine Blüten und ich konnte sie nun endlich ohne Netz ganz in Ruhe beobachten. Sie sind wirklich wunderschön. Die Aussenseiten der Flügel sind zwar nicht farbenprächtig, jedoch total bezaubernd mit dem schönen Muster und silbrigen Schimmer, sowie kleinen "Augen" darauf. Sie haben super zarte Fühler, filigrane Beinchen und einen fein behaarten Körper. Ich bin fasziniert und würde gerne wissen, wohin ihre weitere Reise geht. Im Begleitheft habe ich gelesen, dass die Distelfalter quasi, bis auf die Pole und Neufundland ,weltweit verbreitet sind. Sie sind sogar auf Island zu finden. Was weiter mit ERIK, LUCIUS, FABIUS und BILBO passiert....man weiß es nicht. Ich wünsche Ihnen auf Ihrem Weg viel Glück und bin dankbar über diese tolle Erfahrung! Diese erstaunliche Verwandlung von einem Tier in ein völlig anderes hautnah zu beobachten war beeindruckend. Sicher werde ich jetzt auf viele Insekten anders reagieren, gerade in der heutigen Zeit, in der ein fast klinisch sauberer Garten mehr Wert zu sein scheint als die Natur, aus der wir kommen und die uns Leben lässt, sicher auch nicht das verkehrteste. Wir sollten unseren Blick viel mehr auf die kleinen Dinge um uns herum werfen, die Artenvielfalt lässt stark nach und das darf nicht sein. Es geschehen so viele Wunder um uns herum, sie dürfen nicht unbeachtet bleiben und verdienen unseren Schutz und Respekt.

 

Die Bilder und Beschreibungen der Aktion "von der Raupe zum Schmetterling" werden jederzeit hier zu sehen sein. Wer möchte, kann gerne einen Kommentar hinterlassen!